1829

Johann Wolfgang Goethe, Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, Berliner Ausgabe, 2014, Berlin, Germania.

Als nun Jesus vor der Werkstatt des Schusters vorbei zum Tode geführt wird, ereignet sich gerade dort die bekannte Szene, daß der Leidende unter der Last des Kreuzes erliegt, und Simon von Cyrene dasselbe weiter zu tragen gezwungen wird. Hier tritt Ahasverus hervor, nach hartverständiger Menschen Art, die, wenn sie jemand durch eigne Schuld unglücklich sehn, kein Mitleid fühlen, ja vielmehr, durch unzeitige Gerechtigkeit gedrungen, das Übel durch Vorwürfe vermehren; er tritt heraus und wiederholt alle früheren Warnungen, die er in heftige Beschuldigungen verwandelt, wozu ihn seine Neigung für den Leidenden zu berechtigen scheint. Dieser antwortet nicht, aber im Augenblicke bedeckt die liebende Veronika des Heilands Gesicht mit dem Tuche, und da sie es wegnimmt, und in die Höhe hält, erblickt Ahasverus darauf das Antlitz des Herrn, aber  keineswegs des in Gegenwart Leidenden, sondern eines herrlich Verklärten und himmlisches Leben Ausstrahlenden. Geblendet von dieser Erscheinung wendet er die Augen weg, und vernimmt die Worte: »Du wandelst auf Erden, bis du mich in dieser Gestalt wieder erblickst.« Der Betroffene kommt erst einige Zeit nachher zu sich selbst zurück, findet, da alles sich zum Gerichtsplatz gedrängt hat, die Straßen Jerusalems öde, Unruhe und Sehnsucht treiben ihn fort, und er beginnt seine Wanderung.

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Testo in italiano

GoetheW

Segnalata da Manu

Traduzione di Valeria

 

 


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Quando Gesù, condotto a morte, passa davanti alla bottega del calzolaio avviene la nota scena in cui il Sofferente soccombe sotto il peso della croce e Simone di Cirene viene costretto ad aiutarlo. Qui compare Assuero col fare della gente dura, che quando vede qualcuno infelice per colpa propria non ne sente compassione, ma piuttosto si sente spinto da una giustizia inopportuna a moltiplicarne il male coi suoi rimproveri. Esce dunque fuori e ripete tutti i moniti precedenti, anzi trasformandoli ora in violente accuse, sentendosi in questo autorizzato dalla sua simpatia per il Sofferente. Lui non risponde, ma in quel momento, la Veronica con gesto amoroso asciuga il volto del Salvatore e quando leva il panno tenendolo alzato, Assuero vi scorge il Volto del Signore, ma non quello presente, sofferente: un volto trasfigurato che irradia vita celeste. Abbagliato dall’apparizione, Assuero distoglie gli occhi e ode le parole: “Cammina su questa terra, finché non mi rivedrai in questa figura.” Scioccato, quando rientra in sé, poiché tutti si affollano sulla piazza del giudizio, trova le strade di Gerusalemme deserte; l’inquietudine e la nostalgia lo trascinano via ed egli comincia il suo cammino.

Johann Wolfgang von Goethe, Aus meinem Leben: Dichtung und Wahrheit (Autobiografia. Poesia e verità), 1811-1833